Die Gründung der Gemeinde

Gemeindegebiet der Ev. Kirchengemeinde Am Weinberg

Spandauer Vorstadt

Die Residenzstadt Berlin-Cölln wuchs um 1700 über ihre bis dahin noch mittelalterlichen Grenzen hinaus. Im Norden des alten Berlins, vor dem Spandauer Tor (etwa am S-Bahnhof Hackescher Markt), entwickelte sich die Spandauer Vorstadt.

Kirchlich wurde diese von der Georgenkirche (im Bereich Alexanderplatz) versorgt, die Bürger vor dem Spandauer Tor wünschten jedoch eine eigene Gemeinde. Unterstützung fanden sie darin bei der Königin Sophie Louise. Sie übernahm das Patronat der neuen Kirche und förderte deren Bau. So entstand die Sophienkirche 1712/13 als Pfarrkirche der Spandauer Vorstadt.

Ihr Pfarrsprengel reichte anfangs weit hinaus und umfasste das gesamte nördliche Weichbild Berlins. Die neue Stadtgrenze verlief entlang der heutigen Torstraße, aber auch die spätere Charité und die verschiedenen Vorwerke, aus denen sich später Wedding und Gesundbrunnen entwickelten, rechneten mit zum Gemeindegebiet.

Sophien war eine zahlenmäßig stetig wachsende Gemeinde (1770 musste ein zweites Emporengeschoss eingebaut werden), besonders als sich im Norden Berlins nach 1800 die frühe Industrie niederließ (“Feuerland”). Um 1820 zählte die Gemeinde über 50.000 Seelen, darunter eine wachsende Anzahl proletarisierter Unterschichten.

Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt

In der Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt, außerhalb Berlins, siedelte sich im 19. Jahrhundert die Schwerindustrie an. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaufte der Industrielle Borsig viele Grundstücke, um darauf Fabriken für Maschinenbau zu errichten. Für die zahlreichen in die Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt zuziehenden Arbeiter und ihre Familien wurden immer größere Mietskasernenkomplexe gebaut.

Sophien, als nächste Stadtkirche, war mit dem enormen Bevölkerungszuwachs überfordert. Nördlich der Stadtgrenze entstanden daher vier nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel gebaute Kirchen. Eine davon, die St.-Elisabeth-Kirche in der Invalidenstraße, wurde 1835 für die Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt erbaut. Der weiter enorme Bevölkerungsanstieg (in den drei Jahrzehnten nach 1835: Vervierfachung) bewirkte eine Neustrukturierung der Arbeit der Gemeinde. Durch den Bau von Kapellen schuf man Außenstellen, um mehr Nähe zur Bevölkerung zu erreichen. Allmählich wurden die Außenstellen als selbständige Gemeinden ausgegliedert. So entstanden im Osten der St. Elisabeth-Kirche im Laufe der Zeit Zion, und im Westen Golgatha als eigene, von der Mutterkirche abgetrennte Pfarrbezirke. Westlich des Golgatha-Pfarrbezirks, nahe des Invalidenparks, entstand als Zivilgemeinde des Invalidenhauses außerdem noch die Gnaden-Gemeinde mit der Gnadenkirche.

Friedrich-Wilhelm-Stadt

Mit dem Ausbau der Friedrich-Wilhelm-Stadt (westlich der Friedrichstraße) wurden 1856 noch einmal zwei Abspaltungen von der Sophiengemeinde notwendig: es wurde die St. Philippus-Apostel-Gemeinde und die St. Johannes-Evangelist-Gemeinde ausgegründet.

Am Weinberg

In mehreren Schüben wurden diese Kirchengemeinden und Gemeindegebiete später wieder zusammengeführt. Zunächst Sophien mit St. Philippus-Apostel und Golgatha mit Gnaden und St. Elisabeth. Auch das Gebiet von St. Johannes-Evangelist wurde zum Teil der Gemeinde zugeschlagen. Anfang 1999 wurden diese Gemeinden mit der Zionsgemeinde vereinigt und zur “Evangelischen Kirchengemeinde Sophien” fusioniert. Zum 1.1.2014 haben wir die Kirchengemeinde umbenannt. Sie heißt nun “Evangelische Kirchengemeinde am Weinberg”.

Golgathakirche

Lage

Borsigstraße 6, 10115 Berlin
Architekt: Max Spitta

Die Golgathakirche fügt sich als Stadtkirche nahtlos ein in das Straßenbild der Borsigstraße.

Kirchbau

Zunächst wurde 1867 in der Borsigstraße 6 die Golgatha-Kapelle errichtet. Sie fungierte zunächst als Tochterkirche von St. Elisabeth. Von 1877 an bestand Golgatha als eigene Parochie.

Die Kapelle bot bereits nach kurzer Zeit wegen weiter ansteigender Gemeindegliederzahlen nicht mehr ausreichend Raum. Ein neues Kirchengebäude sollte errichtet werden.

Nach langen Verhandlungen über einen neuen Bauplatz einigte man sich darauf, die Kapelle abzureißen und an gleicher Stelle eine neue Kirche zu erbauen. 1897 wurde vor ihrem Abriss der Schlussgottesdienst in der Kapelle gehalten, um im folgenden Jahr die Grundsteinlegung für den neuen Kirchenbau zu feiern

Einweihung

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde die Golgatha-Kirche am 29. August 1900 feierlich eingeweiht – unter Beteiligung herausragender Vertreter von ‚Thron und Altar’. Kaiserin Auguste Viktoria schenkte der Gemeinde zur Einweihung ihrer neuen Kirche eine kostbare Altarbibel.

Zerstörung

Am 23. November 1943 erlitt die Golgatha-Kirche bei einem Bombenangriff schwere Schäden. Sämtliche Fenster wurden zerstört und große Teile des Gewölbes sowie des vorderen Giebels durchschlagen. Dagegen blieben Altar, Kanzel, Taufstein, Glockenstuhl mit Glocken und großteils auch Gestühl und Orgel erhalten.

Wiederaufbau

Im Oktober 1949 konnte die Golgatha-Kirche nach Beseitigung der größten Schäden wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Aber es blieb ein großer Riss im Gewölbe bestehen, der hohe Giebel an der Straßenfront und der Aufgang zum nördlichen kleinen Nebenturm wurden nicht wiederhergestellt und ein beachtlicher Teil der Innenausmalung wurde durch einfachen Putz ersetzt.

Im Winter 1965 konnte nach mühsamer Beschaffung der finanziellen Mittel eine umfangreiche Renovierung durchgeführt werden: Der Innenraum der Kirche wurde, abgesehen vom roten Farbton der Bänder und Gurte, einheitlich weiß ausgemalt. Kirchbänke und Empore erhielten einen blauen Farbton – entsprechend der Farbgebung der neuen Fenster. Des weiteren wurde die Beleuchtung der Kirche erneuert.

Nach dem Ende der DDR konnten endlich, nun auch gefördert durch Mittel des Bundes, die beträchtlichen Schäden, die der Krieg am Dach der Golgatha-Kirche hinterließ, angegangen werden. Im Jahre 2000, also zum hundertsten Jubiläum der Kirche, waren die Sanierungsarbeiten am Turm sowie die Erneuerung des Daches über dem Langhaus abgeschlossen.

Förderverein

Förderverein Golgathakirche e.V.
Vorsitzende: Solveig Hübner
Tel. 030 512 55 41
E-Mail: e-s-huebner@t-online.de

Sophienkirche

Lage

Große Hamburger Straße 29/30, 10115 Berlin
Architekt: Philipp Gerlach

Die Sophienkirche wurde als Saalbau erbaut. Der Turm der Sophienkirche ist der letzte original erhaltene barocke Kirchturm Berlins.

Kirchbau

Die Sophienkirche entstand 1712/13 als Pfarrkirche der Spandauer Vorstadt. Königin Sophie Louise übernahm das Patronat der neuen Kirche und förderte deren Bau.

Am 31. August 1712 wurde die Stiftungsurkunde ausgefertigt; mit dem Bau war bereits begonnen worden. Sie besaß zunächst keinen Turm, erst 1730-35 wurde der schöne Turm errichtet, welcher heute zu den eindrucksvollsten Baudenkmalen Berlins rechnet.

Die Sophienkirche zählt zu den frühesten Quersaalbauten.  Der einfache rechteckige Bau von sieben mal drei Fensterachsen besaß Eingänge in der Mitte jeder Front, innen umlief eine hölzerne Empore alle Seiten, Kanzel und Altar standen mittig an der Südseite, das Gestühl dorthin ausgerichtet. Der protestantische Kirchenraum war wesentlich auf die Predigt ausgerichtet: Der Prediger sollte gut zu sehen und zu hören sein. Diese Form sollte dann bestimmend für protestantische Pfarrkirchen bis ins frühe 19. Jahrhundert werden.

Einweihung

Bereits ein Jahr nach der Ausfertigung der Stiftungsurkunde, am 18. Juni 1713, konnte die Kirche eingeweiht werden.

Turmbau

Von 1730 bis 1735 ließ König Friedrich Wilhelm den Kirchturm vor der Westwand errichten. Der Architekt war Johann Friedrich Grael. Der Turm erreicht eine Höhe von 69 Metern und ist bis zur Haube hin massiv gemauert. In handwerklich-technischer wie auch gestalterischer Hinsicht ist seine Qualität außerordentlich, heute umso mehr bedeutend, als über fast 300 Jahre nur wenig verändert wurde. Er ist heute das einzige erhaltene Beispiel eines großen Turmbauprogramms, welches der Soldatenkönig für seine Residenz Berlin verfolgte.

Veränderungen

1833 erhielt die Sophienkirche ihren Sakristeianbau an der Südseite (Baumeister J.Chr.F. Moser). Im Inneren der Kirche wurden Altar und Kanzel an die östliche Schmalseite verlegt und das zweite Emporengeschoss beseitigt.

Eine tief greifende Veränderung des Kirchenschiffs erfolgte 1892 (Architekten: F. Schulze, Kyllmann & Heyden, K. Berndt). Entsprechend den nun gewandelten Kirchbauvorstellungen wurde im Osten ein gesonderter Altarraum geschaffen, indem seitliche Treppenhäuser und vermittelnde Zwickelräume einen “Chor” umschließen. Die Raumdecke wurde erhöht und mit Stichkappen und einer Voute gegliedert, die Emporen massiv ausgeführt. Die Erneuerungen gingen damals sehr weit; vom Kirchenschiff blieb tatsächlich nur das nackte Mauerwerk erhalten. Die Kirche erhielt bereits 1892 eine Heizung und – damals ganz neu –  elektrische Beleuchtung.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die farbigen Fenster zerstört, ansonsten gab es keine größeren Schäden.

In den Jahren 1960 bis 1962 erfolgte eine gründliche Renovierung der Kirche. Die heutige Raumfassung in Grün, Weiß und Grau (eine “gemäßigte Moderne”) entstand damals.

1975/76 erfolgte eine Turmreparatur mit völlig neuem Abputz, in den Jahren 2005 bis 2010 wurde der Kirchturm denkmalpflegerisch komplett saniert.

Förderverein

Förderverein Sophienkirche e.V.
Vorsitzender: Rudolf Döbler
E-Mail: foerderverein@sophien.de

Internetseite des Fördervereins

Zionskirche

Lage

Zionskirchplatz, 10119 Berlin
Architekt: August Orth

Die Kirche steht frei auf der damals höchsten Erhebung Berlins.

Kirchbau

1864 erklärte König Wilhelm I., in jeder der Provinzen Preußens je eine Kirche zu stiften, offiziell als Dank dafür, bei einem misslungenen Attentat im Jahr 1861 mit dem Leben davongekommen zu sein. In Berlin sollte das Geld der Zionskirche zugute kommen.

Zunächst übernahm Wilhelm I. die Hälfte der Baukosten. Im Jahr 1865/66 stiftete König Wilhelm I. auch den Bau des 67 m hohen Turmes. Anlass war dieses Mal der Sieg Preußens über Dänemark.

Im Jahre 1866, nach der Dacheindeckung des Rohbaus, war kein Geld mehr vorhanden. Die Bauarbeiten kamen für mehrere Jahre zum Stillstand, bis 1871 durch den Sieg Preußens über Frankreich wieder neues Geld in die Kassen des preußischen Staates gespült wurde, wovon auch die Zionskirche ihren Teil erhielt.

Einweihung

1873 wurde das Kirchengebäude vollendet und am 2. März, dem Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Frankreich, in Anwesenheit des mittlerweile zum Kaiser gekrönten Wilhelm I. eingeweiht.

Zerstörung und Wiederaufbau

Bei einem Bombenangriff im Jahre 1943 wurden Kirchendach, Altar, Chorfenster und die Sauer-Orgel zerstört.

In der Nachkriegszeit kam es zu Plünderungen: viele Bänke gingen als Brennholz verloren. Den Anwohnern war der Tiergarten, der in dieser Zeit Brennholzreservoir für viele Berliner war, zu weit entfernt. Bald nach dem Krieg wurden dann schließlich die Fenster und Türen auf Erdgeschossebene zugemauert.

Nach einer notdürftigen Wiederherstellung konnte die Gemeinde ihre Kirche ab 1953 wieder für Gottesdienste nutzen.

Bis 1953 wurde die Kirche notdürftig wieder hergestellt und in den 1960er Jahren im kargen Stil der damaligen Zeit mit Latex-Farbe renoviert und zum Teil auch umgebaut. Der Verfall setzte aber wieder ein, als in den 1970er Jahren Schäden an Heizung und Dach auftraten und nicht beseitigt wurden.

Sanierung

Nach der Wiedervereinigung begann im Jahr 1993 die vollständige Turm- und Dachsanierung und die schrittweise Restaurierung der Außenfassade. Die Glocken wurden wieder in den Turm gehangen und die stark defekten Fenster notverglast. 2002 konnten die vermauerten Fenster wieder geöffnet werden.

Im Herbst 2009 begannen die Bauarbeiten für die Innensanierung der Zionskirche. Die Kirche wurde trocken gelegt, eine Heizung eingebaut, die großformatigen Buntglasfenster saniert. Im Eingangsbereich wurde ein Tresen installiert, im Untergeschoss wurden Toiletten eingebaut.

Förderverein

Förderverein Zionskirche e.V.
Vorsitzender: Dr. Andreas Pflitsch
E-Mail: vorstand.fv@zionskirche-berlin.de
Internetseite des Fördervereins

St. Elisabeth-Kirche

Lage

Invalidenstraße 3, 10115 Berlin
Architekt: Karl Friedrich Schinkel

Die Kirche ist die größte der vier Berliner Vorstadtkirchen, die Karl Friesrich Schinkel in den 1830er Jahren konzipierte.

Kirchbau

1835 erhielt die Rosenthaler Vorstadt “zur moralischen Erhebung der Verhältnisse” ein eigenes Gotteshaus.  1881 legte Stadtbaudirektor Hermann Mächtig um diese Kirche herum einen Stadtpark an. 1888 wurde mit dem Bau des Pfarrhauses an der Invalidenstraße begonnen und 1907 das neue Gemeindehaus neben der Kirche eingeweiht.

Einweihung

Am 28. Juni 1835 wurde die Kirche geweiht. Die Kronprinzessin Elisabeth war bei der Einweihung zugegen, vermutlich spielte auch ihre Person bei der Namensgebung eine Rolle.

Zerstörung und Wiederaufbau

Bei einem alliierten Luftangriff in der Nacht vom 8. zum 9. März 1945 wurde die St. Elisabeth-Kirche von Phosphor-Brandbomben getroffen und brannte komplett aus. Die hölzerne Innenausstattung gab den Flammen reichlich Nahrung. Für fast ein halbes Jahrhundert blieb sie eine Ruine.

Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 mit ersten Sicherungsmaßnahmen begonnen, die aber aufgrund des Fehlens finanzieller Mittel nach zwei Jahren unterbrochen werden mussten. Auf Initiative des “Freundeskreises Kirchenruine St. Elisabeth, Berlin e.V.” wurde zunächst der Kirchpark unter Gartendenkmalschutz gestellt und wiederhergerichtet. Die Arbeiten an der Ruine wurden 1999 wieder aufgenommen. Seitdem wird die Kirche mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landesdenkmalamtes, des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz und Privatspenden wiederhergestellt.

Nutzung

Die St. Elisabeth-Kirche wird nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Stattdessen wurde sie zu einem der zentralen Veranstaltungsorte des Kultur Büros Elisabeth.

Einen Schwerpunkt bilden Aufführungen alter und zeitgenössischer Musik, modernes Musik-/Sprech- und Tanztheater sowie Ausstellungen moderner Kunst. Ein besonderer Schwerpunkt sind experimentelle Projekte mit einer Kombination verschiedener Gestaltungsformen.

Kultur Büro Elisabeth

Invalidenstraße 4a, 10115 Berlin
Tel. 030 44 04 36 44
E-Mail: kultur@elisabeth.berlin
Internetseite des Kulturbüros

Förderverein

Freundeskreis St. Elisabeth-Kirche e.V.
Vorsitzende: Annemarie Rothe
Internetseite des Fördervereins

St. Johannes-Evangelist-Kirche

Lage

Auguststraße 90, 10117 Berlin
Architekt: Max Spitta

Die St. Johannes-Evangelist-Kirche im neoromanischen Stil ist in die Straßenflucht eingesetzt.

Kirchbau

Der Bau ist ganz durch die gegebenen, für einen Kirchenbau sehr bescheidenen Grundstücksverhältnisse gekennzeichnet. Es handelt sich um ein typisches Hausgrundstück, ehemals bestimmt für ein einfaches Wohnhaus, in der Tiefe ausreichend für ein Gartenhaus und Seitenflügel. Diese Grundfläche wurde praktisch vollständig überbaut, die Längswände verlaufen an den Brandmauern der Nachbargrundstücke. Licht empfängt der Kirchenraum nur durch sein Glasdach, welches innen in drei Glaskuppeln in Erscheinung tritt.

Einweihung

Die Kirche wurde am 19. September 1900 eingeweiht.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg traf eine Brandbombe den straßenseitigen Ziergiebel der Kirche und den bis dahin vorhandenen hohen Dachreiter. In den fünfziger Jahren erfolgte die Wiederherstellung (ohne Dachreiter) und 1957 konnte die Gemeinde wieder in die Kirche einziehen.

Nutzung

Die St. Johannes-Evangelist-Kirche wurde bis Ende 2016 als Veranstaltungsort des Kultur Büros Elisabeth genutzt. Einen Schwerpunkt bildeten Aufführungen alter und zeitgenössischer Musik, modernes Musik-/Sprech- und Tanztheater sowie Ausstellungen moderner Kunst. Ein besonderer Schwerpunkt waren experimentelle Projekte mit einer Kombination verschiedener Gestaltungsformen.

Seit 1. März 2017 wird die Kirche von der rum-orthodoxen Gemeinde des Hl. Georgios genutzt, die  in den letzten Jahren durch die Flüchtlingswelle stark gewachsen ist. Sie ist eine Kirche der antiochenisch-orthodoxen Metropolie in Europa und Deutschland. Das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat von Antiochien und dem gesamten Morgenland ist eine autokephale orthodoxe Kirche der byzantinischen Tradition. Sie wird manchmal auch als Rum-Orthodoxe Kirche („Rum“ steht arabisch einerseits für „Rom“ – gemeint ist Konstantinopel [„das neue Rom“] –, andererseits für „Byzantiner“), als Antiochenische Kirche oder auch als Antiochenisch-Orthodoxe Kirche bezeichnet.