Vertrag über Erbbaurecht unterschrieben – Sanierung gesichert
Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und die Hilfswerk-Siedlung GmbH (HWS) haben am 11. April 2018, einen Erbbaurechtsvertrag über das Theologische Konvikt abgeschlossen. Dieser sieht eine Übernahme des Evangelischen Wohnheimes in der Borsigstraße 5, 10115 Berlin-Mitte, durch die HWS ab dem 1. April 2018 vor. Der Erbbaurechtsvertrag hat eine Laufzeit von 60 Jahren und beinhaltet die Sanierung und die Übernahme des Mietbetriebs durch die HWS.
Die Landeskirche hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder um den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes bemüht. „Ich bin erleichtert, dass es nun gelungen ist, mit der Hilfswerk-Siedlung GmbH einen kompetenten Partner für die dringend notwendige Sanierung des traditionsreichen Hauses gefunden zu haben“ betonte Konsistorialpräsident Antoine anlässlich der Unterzeichnung des Vertrages. „Besonders erfreulich ist es, dass es mit der Hilfswerk-Siedlung GmbH gelingen wird, den besonderen Geist des Hauses mit seinem außerordentlichen studentischen Engagement und der Vielzahl an Aktivitäten zu erhalten“, so Antoine weiter.
„Wir freuen uns, das spannende Projekt gemeinsam mit der EKBO umzusetzen und somit das Fortbestehen des Theologischen Konvikts zu sichern“, sagt Jörn von der Lieth, Geschäftsführer der Hilfswerk-Siedlung GmbH. Die Sanierung wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beginnen. „Derzeit laufen die Planungen und Abstimmung mit allen Projektbeteiligten. Als Architekten konnten wir das Büro Raumwandler gewinnen, das sehr erfahren im Bereich der Sanierung denkmalgeschützter Wohnimmobilien ist“, ergänzt die stellvertretende Geschäftsführerin der HWS Brauns.
Die HWS ist das Wohnungsunternehmen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und verwaltet rund 10.000 Einheiten aus eigenem und fremdem Bestand. Dazu gehören neben Wohnungen und Erbbaurechten auch Liegenschaften sowie ein eigener Forst. Sozialverträglichkeit und wirtschaftliches Handeln im Sinne der Mieter und Kunden miteinander zu verbinden, ist das erklärte Ziel des evangelischen Unternehmens.
Das Theologische Konvikt beherbergt derzeit 74 Studierende aller Fachrichtungen. Das Haus wurde 1892 im Auftrag des Vereins zur Fürsorge für die Weibliche Jugend von dem Architekten Otto March errichtet. Als sozial-diakonisches Zentrum für alleinstehende Frauen mit Wohnheim, Haushaltsschule und Stellenvermittlung bestand es bis 1923. Seitdem leben in der Borsigstraße 5 Studierende. Zwischen 1950 und 1991 war das Sprachenkonvikt, wie es seitdem hieß, eine Stätte freier Ausbildung für Theologinnen und Theologen in der DDR. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde es zu einer Kirchlichen Hochschule ausgebaut, an der die Evangelische Kirche theologische Forschung und Lehre in akademischer Freiheit ohne staatliche Bevormundung realisierte. Dank dieses Freiraums wurde das Sprachenkonvikt 1989 zu einem der intellektuellen Zentren der friedlichen Revolution. Hier wurde die Gründung von zwei Parteien vorbereitet: der »Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP)« und der »Bürgerbewegung Demokratie jetzt!« Seit 1991 war das Theologische Konvikt Berlin in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. (HWS)